Die Himmelsscheibe von Nebra – Eine virtuelle Reise

Betreten Sie die Welt der Himmelsscheibe von Nebra und reisen Sie buchstäblich durch Raum und Zeit. Auf Ihrem Weg gelangen Sie zu jenen Orten, die untrennbar mit der Geschichte der Himmelsscheibe verbunden sind: Erkunden Sie den Fundort der Himmelsscheibe auf dem Plateau des Mittelbergs und halten Sie den Jahrhundertfund in den eigenen Händen! Mit dem Sonnenschiff geht es in schwindelerregender Höhe weiter zur Wintersonnenwende im Sonnenobservatorium Goseck und zur Sommersonnenwende nach Stonehenge. Das Ringheiligtum Pömmelte mit seiner bronzezeitlichen Mega-Siedlung ist ein weiteres Highlight in dem virtuellen Kunstprojekt von Frederick Baker.

Besucherinformationen

Die VR-Station befindet sich im Panoramasaal der Arche Nebra. Wir empfehlen den Gebrauch von VR-Brillen ab einem Alter von 10 Jahren. Bitte beachten Sie: Die virtuelle Welt kann nur von einer Person gleichzeitig betreten werden, daher ist das Angebot nicht für Gruppen geeignet. Andere Besucher können jedoch die Szenen aus der Perspektive des Spielers auf einem Bildschirm verfolgen. Die VR-Experience kann nicht im Voraus reserviert oder gebucht werden. Kommen Sie einfach vorbei und erleben Sie die virtuelle Welt spontan! Ihre Reise dauert in etwa 10 Minuten. 
 

Konzept & künstlerische Umsetzung

Die virtuelle Reise ist ein Gesamtkunstwerk aus der Feder des Archäologen, Historikers und Künstlers Dr. Frederick Baker. Als visionärer Vermittler zwischen Wissenschaft und Kunst erschuf Baker beeindruckende digitale Räume, die einen emotionalen Zugang zu vergangenen Welten ermöglichen. Baker betonte stets, dass sein künstlerischer Ansatz darauf abzielt, den Betrachtern einen immersiven Zugang zur Welt der Himmelsscheibe zu ermöglichen, anstatt primär Informationen zu vermitteln. Daher steht bei der VR-Experience nicht die Vermittlung von Wissen, sondern vielmehr das Erlebnis im Vordergrund.

Obwohl Frederick Baker im August 2020 verstarb, bevor das Projekt zum Abschluss kam, konnte es dank der Zusammenarbeit mit seiner Frau, der Dramaturgin Sandra Fasolt-Baker, und Michael Klein von der Produktionsfirma 7reasons vollendet werden. Während der Planung legte Baker drei wesentliche Ziele fest. Erstens: Baker legte besonders viel Wert darauf, das prähistorische Weltbild ansprechend an die heutige Generation zu vermitteln. Zweitens: Die Besucherinnen und Besucher sollen die Möglichkeit haben, sich virtuell zu Orten zu begeben, die als Ursprung der für die Himmelsscheibe verwendeten Materialien (darunter Zinn und Gold aus Großbritannien) gelten. Drittens: Sollte die Bedeutung von Kreisgrabenanlagen bzw. Henge-Monumenten wie z.B. Stonehenge oder Pömmelte sowie der Himmelsscheibe als Teil eines europaweiten Handels- und Symbolsystems verdeutlicht werden und somit aufzeigen, dass wir die Mobilität und Vernetzung prähistorischer bronzezeitlicher Gesellschaften lange unterschätzt haben (und dies vor allem, weil unsere Vorfahren vor 3600 Jahren noch nicht über ein eigenes Schriftsystem verfügten). 

Baker entwickelte die virtuelle Reise auf Einladung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Saale), wo das Projekt 2022 erstmals öffentlich präsentiert wurde. Die Arche Nebra zeigt die VR-Experience nun für drei Monate exklusiv als Sonderschau.