Mond und Sonne als Zeitgeber fĂĽr soziale Strukturen

Von den Sumerern bis zu den Kamelnomaden in Ostafrika  

Referent: Prof. Dr. GĂĽnther Schlee (Max-Planck-Institut fĂĽr ethnologische Forschung, Halle)

Beginn: 18 Uhr

Eintritt: 2,00 €

Vor dem Vortrag, um 17 Uhr, besteht die Möglichkeit, an einer öffentlichen Führung durch die Sonderpräsentation teilzunehmen.
FĂĽhrungsentgelt: 2,00 €, zzgl. Eintritt Sonderpräsentation (4,00 €, ermäßigt 2,00 €)  

Information:
T: 034461-25520
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„Von den Sumerern bis zu den Kamelnomaden in Ostafrika“ geht es zusammen mit Prof. Dr. Günther Schlee bei seinem Vortrag „Mond und Sonne als Zeitgeber für soziale Strukturen“ am Samstag, 24. April, um 18.00 Uhr, im Besucherzentrum Arche Nebra. Der Vortrag bildet den Auftakt zu einer neuen Vortragsreihe der Arche Nebra zum Thema Zeit.

Günther Schlee stellt den Kalender der Rendille-Kamelnomaden Nordkenias vor, bei dem Kombinationen aus Sonnenjahren und Ereignissen aus dem Mondzyklus eine große Rolle spielen. Nicht nur jährlich wiederkehrende Opferfeste, sondern das ganze Altersklassensystem, das den individuellen Lebenszyklus ebenso wie die Struktur der Gesellschaft prägt, richtet sich nach diesem Kalender. Darüber hinaus werden historische Zusammenhänge zu altorientalischen Vorstellungen der Zeitmessung aufgezeigt. Gewisse Ähnlichkeiten gibt es auch zu modernen europäischen kalendarischen Systemen, die altorientalische Ursprünge haben.

Seit 1999 ist Günther Schlee Direktor der Abteilung 1 „Integration und Konflikt“ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle (Saale). Von 1986 bis 1999 war er Professor am Institut für Soziologie der Universität Bielefeld. Er promovierte in Hamburg über „Das Glaubens- und Sozialsystem der Rendille: Kamelnomaden Nord-Kenias“ und wurde an der Universität Bayreuth habilitiert. Charakteristisch für Schlees Forschungen ist der Fokus auf inter-ethnische Beziehungen und die Kombination historischer, soziologischer und sprachwissenschaftlicher Methoden. Dies wird u. a. anschaulich in seinem 2008 erschienenen Buch „How Enemies are made. Towards a theory of ethnic and religious conflict“.

Der Vortrag findet anlässlich des 8. deutschlandweiten Astronomietags am 24. April statt.

Der nächste Vortrag in der Arche Nebra ist am Mittwoch, 19. Mai, um 19.30 Uhr. Prof. Dr. Peter Grau von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg referiert dann „Über den Anfang und das Ende der Zeit“ und die „Konsequenzen aus der Entwicklung des Universums“.