Mit anschließender Diskussion

Anlässlich der Sonderpräsentation „Von Zeit zu Zeit“ veranstaltet die Arche Nebra am Mittwoch, 17. März 2010, um 19.30 Uhr einen Filmabend. Gezeigt werden zwei aktuelle Dokumentarfilme zum Thema Zeit, die derzeit auch in den deutschen Kinos laufen.

Den Anfang macht der Film „Time's up — An experiment in time management“ (D 2009, ca. 15 Minuten) von Marie-Catherine Theiler und Jan Peters. Die beiden Filmemacher nehmen einen Unfall und eine Schwangerschaft zum Anlass, um mit Witz und Ironie zu untersuchen, wie sie selbst und unsere Gesellschaft mit Zeit umgehen. In den wenigen Sekunden des Autounfalls, in denen sich die Zeit in der Wahrnehmung der beiden Autoinsassen bis zur Unendlichkeit zu dehnen scheint, werden die schwangere Marie-Catherine Theiler und Jan Peters mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert. Plötzlich wird ihnen klar, dass ihre Leben viel zu hektisch geworden sind, und sie beschließen, ihr Leben zu verlangsamen. Aber wie? Der Film begleitet die Filmemacher in ihrem Alltag, beim Besuch von Zeitmanagementworkshops und Entschleunigungskuren, im Gespräch mit Zeitforschern, Physikern und Künstlern, auf Vergleichsreisen zwischen Stadt- und Landleben. In ihrem persönlichen und intimen Blick auf den Alltag nehmen die beiden gleichzeitig auch gesellschaftliche Tendenzen unter die Lupe und verlieren dabei nie Humor und Selbstironie aus dem Auge.

Jan Peters studierte an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Hamburg. Er lebt und arbeitet als Filmemacher, Hörspielautor und Videokünstler in Berlin. Seine Arbeiten wurden schon mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Marie-Catherine Theiler studierte Theaterwissenschaft und Journalismus an den Universitäten Bern und Freiburg. Die Filmemacherin arbeitet auch als Dozentin und Dramaturgin.

Der zweite Film, „Es wird einmal gewesen sein“ (D 2009, ca. 30 Minuten) von Anca Miruna Dunga, spielt in Halberstadt. Dort, in einer kleinen Kirche, spielt eine Orgel das Stück „Organ 2/ASLSP“ von John Cage, einem Wegbereiter der Avantgardemusik im 20. Jahrhundert. Die Aufführung der Komposition begann im Jahr 2000. Sie wird „so langsam wie möglich“ (ASLSP — As SLow aS Possible) gespielt — ohne Unterbrechung und bis zum Jahr 2640. Die Orgel spielt also den ganzen Tag nur einen einzigen Ton, und bis zum nächsten Tonwechsel dauert es Monate, manchmal Jahre. Es ist das längste Konzert aller Zeiten, das neue Dimensionen von Zeit und Klang erkundet. Ein Verein in Halberstadt hat dieses Projekt ins Leben gerufen und widmet ihm viel Zeit und Leidenschaft. Viermal im Jahr treffen sich die Mitglieder und diskutieren darüber, wie und ob sie auch ihre Enkel für das Projekt werden begeistern können, und was nach dem Ende der Aufführung — in über 600 Jahren — sein wird. Das Projekt scheint für die ehrenamtlichen Organisatoren eine Art Insel der Entschleunigung zu sein, ein Freiraum für die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Zeitanschauung. Die Filmemacherin geht den humorvollen, aber auch tiefen und philosophischen Aspekten des John-Cage-Orgelprojektes nach. Für sie bedeutet die „Entdeckung der Langsamkeit“ auch, verschiedene Konzepte der Zeitwahrnehmung unterschiedlichster Menschen zu entdecken.

Die rumänische Filmemacherin Anca Miruna Dunga studiert Regie für Dokumentarfilm an der Hochschule für Film und Fernsehen in München und realisierte bereits mehrere, teilweise international beachtete Dokumentarfilme.

Premiere hatten die beiden von der Kloos & Co. Medien GmbH produzierten Filme bei DOK Leipzig 2009, dem Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, im Rahmen des deutsch-tschechischen Dokumentarfilmprojekts Breathless.

Im Anschluss an die Filmvorführung in der Arche Nebra besteht Gelegenheit zum Gespräch mit den Autoren über ihre Filme und über das Thema Zeit.

Termin:
Mittwoch, 17. März 2010, 19.30 Uhr

Eintritt:
2,00 €

Vorprogramm:
Um 18.30 Uhr besteht die Möglichkeit, an einer öffentlichen Führung durch die Sonderpräsentation teilzunehmen.
Führungsentgelt: 2,00 €, zzgl. Eintritt Sonderpräsentation (4,00 €, ermäßigt 2,00 €)

Information:
T: 034461-25520
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