Ägyptische Mumien – Eine Reise in die Unsterblichkeit (26.4.–10.11.2013)

Flyer-Cover Ägyptische Mumien

Nach den erfolgreichen Sonderausstellungen „Ötzi – Tod im Eis“ und „Eiszeit – Mammuts in Nebra“ erstrahlt die Arche Nebra 2013 im Glanz des alten Ägypten. Die Wanderausstellung „Ägyptische Mumien – Eine Reise in die Unsterblichkeit“ gibt anhand von Originalexponaten aus dem Ägyptischen Museum in Florenz einen Einblick in die religiösen Vorstellungen der ägyptischen Hochkultur mit ihren geheimnisvollen Mumien, den prunkvollen Grabausstattungen und der rätselhaften Götterwelt.

Der Glaube der alten Ägypter an ein Leben nach dem Tod gehört zu den faszinierendsten Themen der Archäologie. Gräber sind die wichtigste Quelle für unser Verständnis der altägyptischen Kultur. Nirgendwo sonst erfahren wir so viel über den Glauben, aber auch das alltägliche Leben der Ägypter. Im Zentrum der Sonderschau stehen daher das religiöse Konzept des Jenseits, die aufwändigen Bestattungen und die Prozesse der Balsamierung und Mumifizierung in den rund drei vorchristlichen Jahrtausenden.

Leben nach dem Tod

Kopf einer männlichen Mumie, Spätzeit, Ende 4.–3. Jh. v. Chr.
Kopf einer männlichen Mumie, Spätzeit, Ende 4.–3. Jh. v. Chr.

Im alten Ägypten bedeutete der Tod nicht das Ende des Lebens, sondern nur einen Augenblick des Übergangs in eine andere Lebensform, die sich im Jenseits fortsetzte. Für dieses Leben nach dem Tod musste der Körper erhalten werden. Nur dann konnte die Seele, die sich mit dem Tod vom Körper des Verstorbenen löst, wieder in den Körper zurückkehren. Zur Erhaltung des Körpers für sein Weiterleben in der Ewigkeit entwickelten die Ägypter das sehr aufwändige Verfahren der Balsamierung. Es dauerte bis zu 70 Tagen. Dabei wurde das Gehirn entnommen sowie die meisten Organe aus Bauchhöhle und Rumpf. Danach wurde der Körper mit Natron gefüllt und bedeckt, um dem Körper das gesamte Wasser zu entziehen. Anschließend füllte man die Körperhöhlungen mit Tüchern und konservierenden Harzen und umwickelte den Körper mit Leinenbinden. Die entnommenen Eingeweide wurden gesondert behandelt und in vier sogenannten Kanopenvasen aufbewahrt. Das Herz blieb in der Mumie. In der Sonderschau sind mehrere Mumien und mumifizierte Körperteile, ein Ensemble von Kanopenvasen und weitere Zeugnisse des Bestattungsvorgangs zu sehen.

Sarkophage, Gräber, Beigaben

Vier Amulette in Form des Udjat-Auges, Datierung nicht bestimmbar
Vier Amulette in Form des Udjat-Auges, Datierung nicht bestimmbar

Sarkophage dienten dem weiteren Schutz des Körpers – sowohl vor Verwesung als auch vor Grabschändung. Sie konnten kastenförmig oder menschengestaltig sein, und manchmal waren sie sehr kunstvoll dekoriert, z.B. mit Gesichtern oder Händen und Füßen. Beispiele dafür aus verschiedenen Zeiten werden in der Sonderschau gezeigt. Als extrem aufwändiger Schutz der Bestattung dienten im Übrigen auch die Pyramiden, die die Pharaonen errichten ließen.

Beigegeben wurden den Verstorbenen Amulette wie z.B. die Horusaugen und andere Gegenstände, die für den Bestattungskult bestimmt waren. Dazu kamen zahlreiche Dinge des täglichen Bedarfs – denn auch im Jenseits sollte es den Verstorbenen an nichts fehlen.

Die Wanderausstellung wurde von expona museum exhibition network (Bozen) und Contemporanea Progetti (Florenz) realisiert. Die beiden Kuratorinnen Maria Cristina Guidotti und Flora Silvano, beide vom Ägyptischen Museum in Florenz, haben eine Ausstellung mit ca. 80 faszinierenden Objekten aus der Museumssammlung gestaltet, die nach Stationen im Archäologischen Museum Frankfurt (2011/2012), im österreichischen Museumszentrum Mistelbach (2012) und im Museum Centre Vapriikki in Tampere (Finnland) nun ins Besucherzentrum Arche Nebra kommt.

Hinweis

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