Der Geiseltalsee ist ein ehemaliger Tagebau im südlichen Sachsen-Anhalt. Der See entsteht derzeit im Zuge von Rekultivierungsmaßnahmen im früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal nordöstlich von Mücheln. Er wird mit 19 km² der größte künstliche See in Deutschland sein.

Der Braunkohlenabbau ist urkundlich bereits 1698 erwähnt, wurde jedoch erst ab 1906 im großtechnischen Maßstab durchgeführt.

Der Rohstoff Braunkohle war nicht nur als Energiespender geeignet, sondern auch als Rohstoff für chemische Prozesse. Dies führte zur Ansiedlung entsprechender Produktionsstätten im Raum Merseburg (Leuna und Buna).

Die nach Abbau der Braunkohle verbliebenen riesigen Tagebaurestlöcher führten schon zu DDR-Zeiten zu Überlegungen zur weiteren Nutzung, wobei jedoch zunächst nur an einen großen Wasserspeicher gedacht war.

Nach der Wiedervereinigung richteten sich die Planungen seit 1991 auf die Sanierung mit dem Ziel der Schaffung des Geiseltaler Seenkomplexes. Der Tagebaubetrieb wurde am 30. Juni 1993 eingestellt. Durch den Abbau entstand ein Tagebaurestloch von rund 2.600 ha Fläche.

Die Flutung mit Wasser der Saale konnte nach umfangreichen Erd- und Sanierungsarbeiten am 30. Juni 2003 begonnen werden und wird 2010 abgeschlossen sein. Schon jetzt zieht der entstehende See viele Besucher an, welche den Wandel vom Bergbau- zum Erholungsgebiet verfolgen. Neben drei 14 Meter hohen Aussichtstürmen sind zahlreiche gastronomische und touristische Einrichtungen im Bau oder in Planung.

Mehr Informationen unter www.geiseltalsee24.de