Themenabend:

Eliten der Bronzezeit an der Unstrut

Die Deponierung der Himmelscheibe auf dem Mittelberg bei Wangen geschieht zum Ende der Frühbronzezeit. Wer übernahm danach die Macht der „Fürsten“ von Leubingen, Dieskau oder Helmsdorf? Wie sahen die Siedlungen, Artefakte und Bestattungen in der darauf folgenden Epoche aus? Die Ergebnisse der Grabungen bei Wennungen und Karsdorf ermöglichen Einblicke in diese Zeit des Wandels.
Gold aus dem Hortfund von Dieskau Gold aus dem Hortfund von Dieskau – Copyright: LDA Sachsen-Anhalt, Foto: J. Lipták

Programm:

18 Uhr Führung durch die Sonderschau »Herrscher der Bronzezeit«

18.30 Uhr Vortrag: Bronzezeitliche Besiedlung rund um Nebra (17.–15. Jh. v. Chr.)
Referent: Dr. Bernd Zich (LDA Sachsen-Anhalt)

19.30 Uhr Buffet

20.30 Uhr Vortrag: Nebras Nachbarn – Frühbronzezeitliche Siedlungsspuren auf dem Wennunger Sporn
Referentin: Madeleine Fröhlich (LDA Sachsen-Anhalt)

Kosten

29,50 €, ermäßigt 25,00 €
Anmeldung erforderlich

Information und Anmeldung

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de


Das Programm beginnt um 18 Uhr mit einer Führung durch die Sonderschau »Die Herrscher der Bronzezeit – Wandel der Eliten in Mitteldeutschland« (4.4.–2.11.2014). Ein Blick auf die Bestattungen der Fürsten von Helmsdorf und Leubingen oder auf den Hortfund von Dieskau genügt, um zu verstehen, dass die frühbronzezeitlichen Fürsten sich durch überragenden Reichtum und Macht auszeichneten und weitreichende überregionale Kontakte pflegten.

Nach einem ersten Einblick in die Zeit um 1600 v. Chr. geht es ab 18.30 Uhr bei einem Vortrag mit Dr. Bernd Zich in die Tiefe. Der Archäologe und Leiter des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle gibt anhand von eigenen Forschungsarbeiten einen Überblick über das Siedelgeschehen rund um Nebra vom 17. bis zum 15. Jh. v. Chr. Aktuelle siedlungsarchäologische Befunde lassen schließen, dass zwischen der Früh- und der Mittelbronzezeit eine stabile Siedeltätigkeit in Mitteldeutschland bestand. Inmitten dieses Zeitraumes wird die Himmelsscheibe als Bestandteil eines Hortfundes auf dem Mittelberg bei Nebra niedergelegt. Die sie begleitenden bronzenen Fundstücke – zwei Kurzschwerter, zwei Randleistenbeile, ein Knickrandmeißel und zwei Armspiralen – sind die besten Zeugnisse zur Beleuchtung des kulturellen Überganges zweier Epochen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Der Experte berichtet vom Niedergang frühbronzezeitlicher Fürstentümer und vom Entstehen einer neuen Adelsgesellschaft und bettet diese Umwälzungen in die politische und wirtschaftliche Großwetterlage jener Zeit ein.

Noch weiter ins Detail geht der zweite Vortrag des Abends ab 20.30 Uhr. Die Archäologin Madeleine Fröhlich berichtet über »Nebras Nachbarn«: Nur wenige Kilometer südlich von Nebra wurden während der Ausgrabungen auf der ICE-Trasse Erfurt–Halle/Leipzig Spuren frühbronzezeitlicher Besiedlung auf dem Wennunger Sporn untersucht. Es konnte neben Abfallgruben auch ein Hausgrundriss sowie eine Vielzahl von Bestattungen der Aunjetitzer Kultur ergraben werden. Erste Untersuchungen zeigen, dass diese Siedlung auch zur Zeit der Himmelscheibe Bestand hatte.