Führung:

Archäologie im Burgenlandkreis

In der Region an Saale und Unstrut zeigt sich eine außergewöhnlich reiche und vielschichtige archäologische Fundlandschaft. Die Exkursion führt auf »alten« Wegen zu ausgewählten archäologischen Fundorten verschiedener ur- und frühgeschichtlicher Epochen.

Mit PD Dr. habil. Matthias Becker (LDA Sachsen-Anhalt)

Treffpunkt: Parkplatz am Ortsrand von Wangen, unterhalb der Arche Nebra

Fahrgemeinschaften: Da für die Überwindung der Wegstrecken zwischen den einzelnen Fundorten ein Auto notwendig ist, werden vor Ort Fahrgemeinschaften gebildet.

Verpflegung: Es wird empfohlen, Proviant mitzunehmen, nach Absprache wird unterwegs eingekehrt.

Kosten

15,00 € pro Person, ermäßigt 10,00 €
Anmeldung erforderlich

Im Anschluss haben die Teilnehmer noch genügend Zeit für einen Besuch in der Arche Nebra. Exkursionsteilnehmer können die Präsentationen an diesem Tag zum ermäßigten Preis besuchen.

Information und Anmeldung

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de


Regelmäßige Besucher der archäologischen Vorträge in der Arche Nebra werden nicht verwundert sein über die Fülle an archäologischen Spuren in der Umgebung um Nebra. Die Flussniederungen an Unstrut und Saale waren bereits in vorgeschichtlicher Zeit dicht besiedelt, und der Mensch hat früh großräumig in seine Umgebung eingegriffen. Fundpunkte und Bodendenkmäler sind eingebettet in eine uralte Kulturlandschaft, deren bis zu 7000 Jahre alte Spuren in Form von Siedlungen, Wegen und Wirtschaftsbereichen heute bei Grabungen wie zum Beispiel bei Karsdorf oder Wennungen vielfach zutage treten. Nicht von ungefähr wurde in dieser Umgebung auch die Himmelsscheibe von Nebra genutzt und niedergelegt.

Die Exkursion begibt sich auf eine archäologische Spurensuche entlang der neuen ICE-Trasse Erfurt-Leipzig/Halle. Deshalb ist das DB-Informationszentrum am Osterbergtunnel in Kalzendorf die letzte Station der Exkursion. Dort wird der Bau der ICE-Strecke dokumentiert. Der Bau der Trasse war ein Glücksfall für die Archäologie in Sachsen-Anhalt. In 18 Jahren wurden auf einem 64 km langen Abschnitt unter anderem 27 Fundstellen für landschaftsgeschichtliche Untersuchungen freigelegt. Exkursionsleiter Dr. Matthias Becker (LDA Sachsen-Anhalt) erläutert in Kalzendorf, welche zahlreichen Erkenntnisse im Zuge der Grabungen zum Leben der Menschen von der Steinzeit bis in die frühe Eisenzeit gewonnen wurden: zu Haus und Hof, zu ihren Gebrauchsgegenstände sowie zu ihrem Umgang mit dem Tod. Bei Oechlitz konnte sogar ein 400 m langes Stück Weg aus der Bronzezeit nachgewiesen werden: 3.500 Jahre alte Fahrspuren haben sich dort im Boden erhalten.

Zuvor erläutert Dr. Matthias Becker im Gelände u.a. naturräumliche Gegebenheiten, die in vorgeschichtlicher Zeit die Anlage von Siedlungen oder auch bestimmte Wegeführungen veranlasst haben, so zum Beispiel Bodenbeschaffenheiten, Höhenzüge, Flusstäler, bestimmte Sichtbeziehungen, die sich herstellen lassen u.v.m. Die Exkursion führt u.a. nach Steigra, Karsdorf, Wennungen und Burgscheidungen. Änderungen sind je nach verfügbarer Zeit und Zugänglichkeit vorbehalten.

Dr. Matthias Becker ist einer der Autoren der Publikation »Neue Gleise auf alten Wegen« des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) aus dem Jahr 2012, die sich mit den Ergebnissen der archäologischen Untersuchungen entlang der ICE-Strecke Erfurt-Leipzig/Halle, insbesondere im unteren Unstruttal, befasst. Der Buchtitel kann auch das Motto der Exkursion sein: Dank neuer Gleise konnten alte Wege entdeckt und viele weitere neue Erkenntnisse zur Kulturgeschichte rund um Nebra gewonnen werden.