Führung:

Archäologische Schätze rund um die Arche Nebra

Neben dem Fundort der Himmelsscheibe befinden sich im Ziegelrodaer Forst weitere interessante archäologische Kulturdenkmäler. Die Exkursion führt zu jungsteinzeitlichen Grabhügeln, Hohlwegen, einer Burganlage des frühen Mittelalters und zeigt die Geschichte der Landschaft und ihrer Nutzung.

Mit Dr. Mechthild Klamm (LDA Sachsen-Anhalt)

Kosten

15,00 € pro Person, ermäßigt 10,00 €
Anmeldung erforderlich

Information und Anmeldung

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de

 

Blickt man vom Aussichtsturm der Arche Nebra auf dem Mittelberg nach unten, wird eine teilrekonstruierte Wallgrabenanlage erkennbar, die sich um das Mittelbergplateau zieht. Diese Anlage war schon in den 1980er Jahren als archäologisches Denkmal erfasst. Diese und die zahlreichen jungsteinzeitlichen Hügelgräber, die sich überall im Wald befinden, waren ein Grund dafür, dass den späteren Findern der Himmelsscheibe die Suche nach archäologischen Funden mit dem Metallsuchgerät in diesem Gebiet vielversprechend erschien. Die Raubgräber zerstörten bei ihrer illegalen Suche allerdings den Fundort der Himmelsscheibe und beschädigten auch die Scheibe selbst.

Neben dem Fundort der Himmelsscheibe beherbergt der Ziegelrodaer Forst eine Vielzahl weiterer archäologischer Kulturdenkmale. Die Arche Nebra bietet in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt eine geführte Wanderung zu ausgewählten Fundorten an, die nicht nur für Gäste von weiter her spannend ist, sondern die auch für Ortskundige noch manches interessante Detail bereithalten dürfte.

Vom Parkplatz am Ortsrand von Wangen, unterhalb der Arche Nebra, geht es durch den Wangener Grund in Richtung Mittelberg. Spuren der mittelalterlichen Meilerplätze, die zur Holzkohlengewinnung für den nahen Mansfelder Kupferbergbau dienten, sind hier und da noch im Wald zu entdecken. Die Wanderung streift die diversen Wallanlagen, die sich am Mittelberg, nicht zuletzt in der Nähe des Himmelsscheibenfundortes befinden. Je nach Zeit und Interesse der Teilnehmer geht es hinauf auf den Mittelberg, und es besteht die Möglichkeit, auf den Aussichtsturm am Fundort der Scheibe zu steigen. Ganz in der Nähe befindet sich dann das sogenannte Prinzenhäuschen, das Gelegenheit bietet, über vorgeschichtliche und historische Waldnutzung nachzudenken. Das Prinzenhäuschen, das bereits im 17./18. Jahrhundert als »Jagdhütte« der Herzöge von Sachsen-Weißenfels diente, deutet darauf hin, dass sich der Wald nach intensiver Abholzung, zuletzt im Mittelalter, im 17. Jahrhundert langsam wieder erholt hatte und nun jagdlich genutzt wurde. Bereits in der Jungsteinzeit diente der Wald wohl als Weidegebiet und zur Rohstoffgewinnung und war vermutlich weniger dicht und geschlossen als heute. Einen Hinweis darauf geben die zahlreichen Grabhügel aus Jungsteinzeit und Bronzezeit, die auf Fernwirkung angelegt waren und die sich zum Teil in langen Ketten dicht an dicht im Ziegelrodaer Forst reihten. Sie sind heute besser im Laserscan als real im Wald erkennbar. Deutlich erkennbar sind dagegen auch heute noch Hohlwege, die ebenfalls auf der Wanderstrecke liegen. Den Abschluss der Wanderung bildet der Besuch einer etwas abseits der Forststraße gelegenen Schanze mit den Resten einer mittelalterlichen Turmhügelburg.

Manche Bodendenkmäler liegen verborgen, manches ist zugewachsen oder schlecht zugänglich – was den Archäologen ganz recht ist, verhindert die Unzugänglichkeit doch auch, dass Befunde versehentlich oder gar absichtlich zerstört werden. Vieles ist aber auch nur schlecht zu erkennen – zumindest mit bloßem und ungeschultem Auge. Bei letzterem hilft Dr. Mechthild Klamm. Die Archäologin des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt war viele Jahre als Gebietsreferentin zuständig für den Süden Sachsen-Anhalts. Sie kennt die Region und auch ihre verborgenen archäologischen Schätze. Und sie kann auch unscheinbar wirkende Bodendenkmäler so erklären, dass deren Bedeutung auch dem Laien deutlich wird.

Treffpunkt für die archäologische Exkursion am Sonnabend, 26. September 2015, um 10 Uhr, ist der Parkplatz unterhalb der Arche Nebra. Das Führungsentgelt beträgt 15,00 €, ermäßigt 10,00 €. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Da die Exkursion teilweise auch abseits der Wanderwege verläuft, sind gutes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung empfehlenswert. Die ungefähre Streckenlänge beträgt 8 km. Die Exkursion endet gegen 13 Uhr an der Arche Nebra. Im Anschluss haben die Teilnehmer noch genügend Zeit für einen Besuch des Hauses. Exkursionsteilnehmer können die Präsentationen an diesem Tag zum ermäßigten Preis besuchen.