Vortrag:

Faszination Ägypten – Die aktuellen Grabungen im Sonnentempel Heliopolis

Referent: Dr. Dietrich Raue (Ägyptisches Museum der Universität Leipzig)

Eintritt: 3,00 €

Information

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de


Mit einem neuen Vortrag zu aktuellen Ausgrabungen kündigt sich bereits die nächste Sonderschau in der Arche Nebra an. »Faszination Ägypten« heißt es am Mittwoch, 27. März, wenn der Ägyptologe Dr. Dietrich Raue (Leipzig) von den laufenden Grabungen im Sonnentempel Heliopolis berichtet. Der Sonnenkult ist das zentrale Element der altägyptischen Religion. Zahlreiche Obelisken, zum Beispiel in Rom, New York und London, stammen aus diesem Tempel. Der Hauptkultort seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. ist vom modernen Kairo überbaut und bislang annähernd unerforscht.

Im Rahmen einer Ägyptisch-Deutschen Gemeinschaftsunternehmung erforscht das Ägyptologische Institut/Ägyptische Museum Georg Steindorff der Universität Leipzig den Sonnentempel von Heliopolis, der für über 2400 Jahre eines der wichtigsten Zentren der altägyptischen Religion war. In einer ersten Kampagne im Februar/März 2012 wurde mit 70 örtlichen Arbeitern und einem internationalen Team von Wissenschaftlern unter der Leitung von Dr. Dietrich Raue und Dr. Aimen Ashmawy  (Ägyptisches Antikenministerium) im westlichen Bereich des Tempels gearbeitet. Ziel war ein Heiligtum Ramses II., in dem monumentale Königsplastik in zahlreichen Fragmenten gefunden wurde.

Anfang November 2012 endete die zweite Kampagne der Ausgrabungen in Heliopolis im Nordöstlichen Teil der Metropole Kairo. Die Ausgrabung fand in einem von moderner Bebauung akut gefährdetem Bereich Kairos statt. Die Sondagen und Bohrungen erbrachten den Nachweis für eine 9 m starke Abfolge von Schichten, die bis in das 4. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen. Außerdem wurden die gewaltigen Umfassungsmauern mit ihren mehr als 15 m Stärke untersucht. Zu den besonderen Funden gehörten ein großes Portalfragment Ramses II. aus Quarzit sowie Fragmente einer dekorierten Opfertafel der Zeit um 1300 v. Chr., die aufgrund der Inschrift einem Priester des Tempels namens Meri-Ra zugeschrieben werden kann. Weitere Fragmente stammen aus der sogenannten Amarnazeit, in der König Echnaton und seine Frau Nofretete in Heliopolis einen Tempel errichteten.

Dr. Dietrich Raue studierte in Heidelberg und Berlin Ägyptologie, Klassische Archäologie und Vorderasiatische Archäologie. Der Ägyptologe ist seit 1988 alljährlich an Ausgrabungen in Ägypten beteiligt. Von 1996 bis 1999 arbeitete er im Projekt »Keramik des Alten Reichs« mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Zehn Jahre lang war Raue wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Archäologischen Institut, Abteilung Kairo, und leitete die Ausgrabungen in Elephantine. Seit 2010 ist er Kustos des Ägyptischen Museums Georg Steindorff der Universität Leipzig. Mit den Grabungen im Tempel von Heliopolis setzt das Ägyptologische Institut/Ägyptische Museum der Universität die Tradition feldarchäologischer Aktivität des Museumsgründers Georg Steindorff (1861–1951) fort. Die Unternehmung wird durch die DFG gefördert.