Familienaktionstag:

Felsbilder der Bronzezeit

Was haben schwedische Felsbilder und dänische Hügelgräber mit der Arche Nebra zu tun? Antworten gibt es am Aktionstag mit vielen Angeboten.
Felsbildfrottagen Felsbildfrottagen
Felsbildfrottagen vor der Arche Nebra

Felsbildfrottagen am Modell nach dem Vorbild skandinavischer Felsbilder, Grabungsaktion „Bronzezeit”, Lagerfeuer mit bronzezeitlichen Speisen, Brot vom heißen Stein u.v.m.

Kosten

1,00 € Unkostenbeitrag für Felsbildfrottagen, 3,00 € pro Teilnehmer für Grabungsaktion

Information

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de


Vor einem Jahr wurde in der Arche Nebra das deutsch-schwedisch-dänische LEADER-Kooperationsprojekt »Empire of the Sun« vorgestellt, das der Vernetzung von ausgewählten archäoastronomischen Fundorten über europäische Grenzen hinweg dient. Diese Verbindung nach Skandinavien ist erneut Anlass für die Gestaltung eines besonderen Familienaktionstages in der Arche Nebra, der sich u.a. den skandinavischen Felsbildern der Bronzezeit widmet. Weitere Aktionen zum Mitmachen sowie ein Vortrag ergänzen das Angebot.

Die Felsbilder von Tanum in Schweden, die seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe sind, zeigen menschliche Darstellungen, Pferde, Schiffe, Waffen, nichtfigürliche Motive wie Spiralen oder Radkreuze und vieles mehr. Teils scheinen reale Szenen abgebildet zu sein, ebenso lassen sich religiöse Motive vermuten. Im Laufe der Zeit verwittern die Felsritzungen zum Teil stark. Im »Rock Art Research Centre« in Tanum ist man deshalb permanent mit der Sicherung und Dokumentation der bronze- und eisenzeitlichen Felsbilder beschäftigt. Um die Bilder besser sichtbar zu machen, werden die Felsritzungen regelmäßig mit weißer oder roter Farbe ausgemalt. Dokumentiert werden sie überdies durch sogenannte Frottagen, indem sie mit Kohle auf große Papierbögen abgepaust werden. Letzteres können Interessierte beim Aktionstag der Arche Nebra selbst ausprobieren. Die originalen Bilder sind allerdings teilweise riesig. Während die »Sonne von Aspeberget« mit ca. 45 cm Durchmesser noch überschaubar ist, gibt es z.B. auch eine Schiffsdarstellung von ca. 3 m Länge. Diese Größe lässt sich in Nebra natürlich nicht eins zu eins am Modell umsetzen, kleinere Motive werden aber maßstabsgetreu zu sehen sein. Fertige Frottagen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit nach Hause nehmen.

Von den Felsbildern lassen sich interessante Verbindungen auch zur Himmelsscheibe von Nebra herstellen. So erinnern z.B. die die skandinavischen Schiffsdarstellungen an die Darstellung der Sonnenbarke auf der Himmelsscheibe. Ein Hinweis auf die europaweiten Fernbeziehungen, die offenbar bereits in der Bronzezeit bestanden – und die auch Gegenstand der aktuellen Arche-Nebra-Sonderschau »Die Herrscher der Bronzezeit« sind. Typische Bronzezeit-Funde – von der Fibel bis zur Radnadel – sind verborgen in den präparierten Grabungskisten der Arche Nebra. In der beliebten »Schippen,Scherben, Schätze«-Aktion können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diese archäologischen »Funde« bergen und dokumentieren.

Nach getaner Arbeit stehen in der improvisierten Bronzezeit-Küche unter freiem Himmel Bierlinsen, Fladenbrot und »Bronzezeit«-Würstchen zum Probieren bereit. Wer mag, kann sein Würstchen selbst am Stock über dem Feuer grillen und sein Fladenbrot auf dem heißen Stein backen.

Wer noch mehr über die skandinavischen Felsbilder erfahren will, kann um 16 Uhr den Vortrag »Bilderbuch ohne Worte – Skandinaviens Felsbilder als Teil des archäologischen Erbes in Europa« hören. Referent ist der Felsbild-Experte Dr. Gerhard Milstreu aus Tanum.