Themenabend:

Garten- und Bauernregeln aus alten Kalendern (mit Weinprobe)

Landwirte und Winzer sind wie kaum ein anderer Berufsstand abhängig vom Wetter. Jahrhundertelange Erfahrung und die Beobachtung der Zusammenhänge zwischen der Witterung und der belebten Natur stecken hinter den sogenannten »Bauernregeln«.

Programm:

18 Uhr Vortrag: Kräht der Hahn auf dem Mist… – Meteorologische Hintergründe von Bauernregeln

Referent: Ingo Hohler (Planetarium Merseburg)

19 Uhr Geführte Wanderung zum Mittelberg

20 Uhr Imbiss mit Weinprobe auf dem Mittelberg

Mit Weinerlebnisbegleiterin Iris Hölzer

21 Uhr Beobachtung des Sonnenuntergangs hinter dem Kyffhäuser

Der Themenabend endet gegen 22 Uhr. Für die Wanderung zum Mittelberg und vor allem für den Weg in der Dunkelheit durch den Wald zurück sollten Teilnehmer an ausreichend warme Kleidung und gutes Schuhwerk denken, außerdem wenn vorhanden eine Taschenlampe mitbringen.

Kosten

29,50 € pro Person, ermäßigt 25,00 €, inkl. Imbiss und Weinprobe
Anmeldung erforderlich

Information und Anmeldung

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de


Jahrtausendelang waren bäuerliche Gesellschaften ohne den täglichen Service eines Wetterberichtes gezwungen, auf Regelmäßigkeiten in der Natur und wiederkehrende Zusammenhänge zwischen der Witterung und der gesamten belebten Umwelt zu achten. Schließlich stand das Überleben der gesamten bäuerlichen Familie Jahr für Jahr aufs Neue auf dem Spiel. Astronomische Beobachtungen und Kenntnisse wurden mit Sicherheit über viele Generationen weitergegeben. Aber wie zuverlässig sind die Regeln wirklich? Und was ist bei ihrer Anwendung zu beachten? In seinem Vortrag »Kräht der Hahn auf dem Mist... – Meteorologische Hintergründe von Bauernregeln« streift Planetariumsreferent Ingo Hohler einmal durch das Kalenderjahr, dem Wahrheitsgehalt zahlreicher Regeln auf der Spur. Wie sich der Klimawandel auf die alten Bauernregeln auswirkt, wird dabei ebenfalls diskutiert. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr.

Auch die Zeitgenossen der Himmelsscheibe von Nebra in der frühen Bronzezeit werden das Wetter genau beobachtet haben. Überliefert ist davon nichts. Die Himmelsscheibe zeigt aber, dass astronomische Konstellationen vor 3600 Jahren wahrgenommen, gezielt beobachtet und sogar – als Regeln – festgehalten wurden. So verschlüsselt die Himmelsscheibe eine Schaltregel, die dazu diente, das Mondjahr mit dem Sonnenjahr und somit mit den Jahreszeiten in Übereinstimmung zu halten. Außerdem sind die auf der Himmelsscheibe dargestellten Plejaden, das sogenannte Siebengestirn, in Zusammenhang mit dem Vollmond und dem Sichelmond Anzeiger für die wichtigen Termine von Aussaat und Ernte. Am Abend des 30. April lässt sich am Fundort der Himmelsscheibe eine weitere Beobachtung machen: Wer vom Aussichtsturm am Fundort in Richtung Kyffhäuser blickt, kann um diesen Termin herum die Sonne hinter der höchsten Erhebung des Kyffhäusers, dem Kulpenberg, untergehen sehen. Die Möglichkeit, von der Erhebung des Mittelberges aus, den Sonnenuntergang hinter einem markanten Geländepunkt zu beobachten, noch dazu zu einem Termin, der den Sommeranfang markiert, wie es später für die Kelten überliefert ist, ist vermutlich auch den bronzezeitlichen Beobachtern schon aufgefallen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass die Himmelsscheibe genau auf dem Mittelberg genutzt und vergraben wurde. Nach dem Vortrag in der Arche Nebra geht es deshalb gemeinsam zum Mittelberg, um dort bei klarem Wetter die bronzezeitlichen Himmelsbeobachtungen nachzuvollziehen.

Bevor die Sonne untergeht, besteht am Fuß des Aussichtsturms die Möglichkeit, an einer Open-Air-Weinprobe teilzunehmen. Passend zum Frühling und dem noch jungen Jahr 2014 werden mehrere Jungweine aus dem vergangenen Jahr zur Verkostung angeboten. Fachkundige Erläuterungen dazu – und auch zur Bedeutung des Wetters für das Gedeihen des Saale-Unstrut-Weins – gibt es von Iris Hölzer, die regelmäßig ähnliche Führungen und Verkostungen im Herzoglichen Weinberg in Freyburg anbietet. Gleichzeitig ist die geschulte Weinerlebnisbegleiterin auch Gästeführerin in der Arche Nebra und kennt sich daher auch mit der Himmelsscheibe bestens aus.