Vortrag:

»Klar sehen und doch hoffen«

Lesung mit Dr. Friedrich Schorlemmer (Wittenberg) / Bushuttle ab Nebra Busbahnhof

Im Jahr 2012 veröffentlichte Dr. Friedrich Schorlemmer seine Autobiografie »Klar sehen und doch hoffen. Mein politisches Leben.« Der Untertitel zeigt, dass nicht das Private im Mittelpunkt des Buches steht. Sicherlich vergewissert sich Schorlemmer seiner Wurzeln und gibt auch durchaus Einblicke in DDR-Lebenswelten. Jedoch handelt sich in erster Linie um ein politisches Buch. Schorlemmer hat sowohl die DDR-Zeit als auch die Zeit nach 1989 als vielseitig interessierter, engagierter und politischer Mensch erlebt.

Geboren 1944 in Wittenberge als Sohn eines Pfarrers, studierte er trotz der Steine, die ihm aufgrund seiner Herkunft in den Weg gelegt wurde, Theologie und wurde Prediger an der Schlosskirche in Wittenberg. In den 1970er Jahren begann er, in der Friedensbewegung der DDR aktiv zu werden. International bekannt wurde er, als er auf dem Kirchentag 1983 in Wittenberg die symbolische Umschmiedung eines Schwertes zu einer Pflugschar initiierte. Die DDR-Behörden hatten vorher die öffentliche Benutzung des Slogans »Schwerter zu Pflugscharen« für illegal erklärt. Entsprechend provokant wirkte die Aktion, die in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker stattfand.

Trotz seines Wirkens als prominenter Protagonist der Opposition in der DDR – so sprach er z.B. bei der Berliner Großdemonstration am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz – gehörte er auch zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs »Für unser Land« vom 26. November 1989. Darin sprachen sich die Initiatoren gegen »eine Wiedervereinigung bzw. eine Konföderation mit der BRD« und für den Erhalt einer eigenständigen DDR mit demokratischen Sozialismus aussprachen. Als sich die von Schorlemmer mitbegründete Partei »Demokratischer Aufbruch« 1989 von linken Vorstellungen abwandte, trat er aus. Stattdessen engagierte er sich dann lange Jahre in der Sozialdemokratischen Partei (SPD), v.a. an seinem Wohnort Wittenberg.

Friedrich Schorlemmer ist ein wichtiger Zeitzeuge. Seine Einschätzungen insbesondere der Zeit um 1989 vor dem Hintergrund seiner eigenen vielfältigen Erlebnisse mit Repressionen zu DDR-Zeiten, der Hoffnungen, aber auch Enttäuschungen, die mit den Verhältnissen nach dem Ende der DDR verbunden waren, machen die Autobiografie so interessant. Für Frieden, Menschenrechte und Umwelt setzt sich Schorlemmer im Übrigen bis heute ein. Insbesondere die Gefahren der Globalisierung haben sich zu einem Schwerpunkt seines politischen Engagements entwickelt.

Die Lesung ist Teil des X. Literaturherbstes an Saale, Unstrut und Elster. Der Literaturherbst ist eine Kooperation des Burgenlandkreises mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis in Sachsen-Anhalt e.V., den Bibliotheken und Museen der Städte Weißenfels, Zeitz, Hohenmölsen und Lützen, dem Theater Naumburg, dem Kulturamt Weißenfels, privaten Veranstaltern und Vereinen sowie der Sparkasse Burgenlandkreis.

Eintritt

7,00 € pro Person
Anmeldung empfohlen

Information und Anmeldung

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de

Busshuttle ab Nebra

Ab Nebra Busbahnhof verkehrt ab 17 Uhr bis einschließlich 18.30 Uhr halbstündlich ein Busshuttle zur Arche Nebra. Für 1,00 € bringt er Zuhörer hin und nach der Lesung natürlich auch wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Der Bus wird freundlicherweise vom Fußballverein FC ZWK Nebra zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!