Vortrag:

Kupfer für den Himmel – Vom Mitterberg zum Mittelberg

Das Kupfer der Himmelsscheibe stammt aus den Ostalpen. Ein Vortrag über bronzezeitlichen Bergbau und die weiträumigen Handelswege in der Frühbronzezeit.
Himmelsscheibe – Copyright: LDA Sachsen-Anhalt, Foto: J. Lipták Copyright: LDA Sachsen-Anhalt, Foto: J. Lipták
Mitterberg – Foto: R. Pils
Grabung – Foto: R. Pils

Referent: Robert Pils (Verein Montandenkmal Arthurstollen e.V.)

Kosten

4,00 € pro Person

Information

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de


Seit der Sicherstellung der Himmelsscheibe von Nebra im Jahr 2002 ist viel passiert. Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen der Himmelsscheibe haben zahlreiche neue Erkenntnisse nicht nur zur Scheibe selbst, sondern auch zur Frühbronzezeit erbracht. Durch intensive Materialanalysen konnte nachgewiesen werden, dass das Kupfer der Himmelsscheibe aus dem Ostalpenraum stammt. Dort sind bis heute Spuren des bronzezeitlichen Kupferbergbaus sichtbar. Ein Beispiel dafür ist der Arthurstollen bei St. Johann im Pongau im Salzburger Land. Er gilt mit 200 m Tiefe als der tiefste vorgeschichtliche Stollen der Welt. Anhand von archäologischen Funden wird der Beginn des Kupferbergbaus im Arthurstollen auf etwa 2.000 v. Chr. datiert. Radiokarbonanalysen der gut erhaltenen hölzernen Einbauten ergeben ein Alter von etwa 3.000 bis 3.700 Jahren. Die Anlage eines Stollens in dieser Zeit war extrem aufwändig. In einem ebenso aufwändigen und vielstufigen Prozess wurde das mühsam gewonnene Kupfererz aufbereitet und verhüttet. Das so erzeugte Kupfermetall war so wertvoll, dass es infolgedessen in weite Teile Europas verhandelt und an den verschiedenen Orten zu Bronzeartefakten verarbeitet wurde. Über diese weiträumigen Handelswege gelangte Kupfer aus dem Ostalpenraum auch nach Mitteldeutschland. In seinem Vortrag »Kupfer für den Himmel – Vom Mitterberg zum Mittelberg« am Donnerstag, 26. November 2015, in der Arche Nebra, zeichnet der Montanarchäologe Robert Pils den Weg des Kupfers nach und gibt spannende Einblicke in den frühen Kupferbergbau.

Robert Pils ist seit 2003 Leiter des »Montandenkmals Arthurstollen« und Vorstandsmitglied des gleichnamigen Vereins. Von 2011 bis 2015 war er Kustos für Montanarchäologie im Museum am Kastenturm in Bischofshofen. Er ist Experte für prähistorischen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Bergbau und hat zahlreiche Stätten der Bergbauvergangenheit in den Alpen untersucht und dokumentiert. Als solcher ist er in zahlreiche Forschungsprojekte zum Bergbau, zur Archäometallurgie, Mineralogie u.ä. involviert. Darüber hinaus widmet er sich der experimentellen Archäologie, Erwachsenenbildung und Museumspädagogik.