Vortrag:

Vom Tiber bis an Elbe und Saale – Rom und die »Germania libera« in der älteren römischen Kaiserzeit

Referent: Prof. Dr. Harald Meller (LDA Sachsen-Anhalt)
Emailscheibenfibel Römische Emailscheibenfibel aus Niedereichstädt, die als römischer Import in die Germania gelangte (ca. 160-220 n. Chr.)

Aus Anlass der Eröffnung eines neuen Teilabschnittes der Dauerausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle.

Kosten

Eintritt: 4,00 €

Information

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de


In der Dauerpräsentation der Arche Nebra werden zu ausgewählten Funden aus der Umgebung des Fundortes der Himmelsscheibe von Nebra kurze Animationsfilme gezeigt. Einer dieser Filme erzählt in einer witzigen Geschichte, wie ein römisches Trinkgefäß ins Unstruttal geraten sein mag und regt die Besucher zum Nachdenken an. Die historischen Fakten sagen Folgendes: In den Jahren 12 bis 9 v. Chr. drang Drusus, der Stiefsohn des römischen Kaisers Augustus, tief in das Innere Germaniens bis an die Elbe vor, deren Überschreitung ihm jedoch nicht gelang. Drusus selbst starb infolge eines Sturzes vom Pferd, das Elbe-Saale-Gebiet blieb frei und wurde auch später nie von den Römern unterworfen. Dass im freien Germanien während der älteren römischen Kaiserzeit jedoch eine Auseinandersetzung mit der römischen Kultur stattfand, davon zeugen archäologische Funde und Befunde, die im Mittelpunkt des Vortrags von Professor Harald Meller stehen. So belegen germanische Grabausstattungen mit römischem Trinkgeschirr aus Bronze die Imitation römischer Trinksitten. Ein prominenter Beleg für den Import römischer Luxusgüter ist etwa das Grab einer reichen Germanin vom Gräberfeld von Profen im Burgenlandkreis, das neben Schmuckstücken germanischen Ursprungs zwei importierte Goldketten römischer Produktion enthielt.

Professor Dr. Harald Meller ist seit 2009 Honorarprofessor am Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit 2001 ist er Landesarchäologe und Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle. Zuvor war er von 1998 bis 2001 Gebietsreferent im Landesamt für Archäologie Sachsen, wo er von 1995 bis 1998 Großprojekte der archäologischen Bodendenkmalpflege betreute.