Themenabend:

Von Pflug und Traktor – Neolithikum und Traktion in Mitteldeutschland – ACHTUNG: NEUER ERMÄSSIGTER PREIS!

Die ersten Traktoren hatten vier Beine! Zur Bearbeitung der Felder und für den Transport schwerer Lasten nutzte man in vorgeschichtlichen Zeiten das Rind. Rituelle Rinderbestattungen zeugen von dem besonderen Wert, den die Menschen diesen Tieren beimaßen.

Programm:

18 Uhr Führung durch die Sonderschau »Die Erfindung des Traktors«

18.30 Uhr Vortrag: Geopferte Rinder – Das Zugtier als Beigabe und Opfer vor 5000 Jahren in Mitteldeutschland

Referent: Torsten Schunke (LDA Sachsen-Anhalt)

19.30 Uhr Imbiss

20.30 Uhr Vortrag: Die Erfindung des Traktors – oder: »Tierische Zugkraft« in vorgeschichtlicher Zeit

Referent: Dr. Bernd Zich (LDA Sachsen-Anhalt)

Kosten

17,50 € pro Person (statt 29,50 €), ermäßigt 12,00 € (statt 25,00 €), inkl. Imbiss
Anmeldung erforderlich

Information und Anmeldung

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de


Der Themenabend »Von Pflug und Traktor« beginnt um 18 Uhr mit einer halbstündigen Führung durch die Sonderschau »Die Erfindung des Traktors – Steinzeitkraft verändert die Welt«. Die Sonderschau erzählt die Geschichte von der Entdeckung der tierischen Zugkraft vor gut 5000 Jahren, den damit verbundenen Erfindungen – vom Rad bis zum Pflug – und wie diese die bäuerliche Lebens- und Wirtschaftsweise grundlegend verändern. Sie schließt mit der erneut bahnbrechenden Erfindung des modernen Traktors, der die Idee von der tierischen Zugkraft weiterentwickelt, bis im 20. Jahrhundert das Zugtier endgültig von der Zugmaschine abgelöst wird.

Seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. ist der Mensch in der Lage, tierische Zugkraft effektiv einzusetzen. Rasch entwickeln sich damit neue Techniken und Innovationen. Indem nun Radfahrzeuge und Hakenpflüge genutzt werden können, kommt es zu spürbaren Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Produktion. Die neolithische Lebensweise mit Ackerbau und Viehzucht hält damit Einzug in Gebiete in Nordeuropa und Skandinavien, die bis dahin für eine dauerhafte Besiedlung kaum geeignet waren. Die ersten »Traktoren« waren Rinder. Das Pferd wurde wesentlich später durch gezielte Züchtung zum Zugtier für Schwerlasten. Das Prinzip der Traktion blieb jedoch über 5000 Jahre weitgehend unverändert. Dr. Bernd Zich beleuchtet in seinem grundlegenden Überblicksvortrag, warum die Nutzung von Rindern und Pferden als Zugtiere zu einem der folgenreichsten Innovationsschübe der Menschheitsgeschichte wurde.

Betrachtet man die große Bedeutung und den außerordentliche Wert des Rindes in der Jungsteinzeit – zum einen für die Ernährung der bäuerlichen Bevölkerung, mehr aber noch als Zugtier –, beeindrucken umso mehr die immer wieder auftretenden Gräber, in denen rituell getötete Rinder liegen. Torsten Schunke gibt in seinem Vortrag »Geopferte Rinder – Das Zugtier als Beigabe und Opfer vor 5000 Jahren in Mitteldeutschland« einen Überblick über solche außergewöhnlichen Funde, wie sie zum Beispiel bei Profen im Süden des Burgenlandkreises zutage getreten sind, und beleuchtet deren Hintergründe. Waren die extrem wertvollen Rinder Grabbeigaben für besondere Persönlichkeiten oder vielleicht sogar Opfer für höhere Mächte?

Beide Referenten sind ausgewiesene Experten: Dr. Bernd Zich ist Abteilungsleiter des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle. Zu den Forschungsschwerpunkten des Archäologen gehören die frühe Bronzezeit Mitteleuropas, das Neolithikum Nordeuropas und die Altwegeforschung. Torsten Schunke war als Archäologe an zahlreichen Grabungen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt beteiligt. Er ist zudem einer der Kuratoren der Sonderausstellung »3300 BC – Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt«, die 2013/2014 im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen war.