Themenabend:

Walpurgisnacht und Beltaine

Mit dem Beltaine-Fest wurde im frühen Mittelalter der Sommeranfang begangen. Die ersten schriftlichen Quellen, die darauf verweisen, stammen aus Irland. Vom Mittelberg gesehen, geht die Sonne zum 1. Mai hinter der markanten Silhouette des Kyffhäusers unter. Wurde das Frühlingsfest schon in der Bronzezeit begangen?

Programm:

17 Uhr Vortrag: Das Beltaine-Fest – Von mittelalterlichen Quellen und neuzeitlichen Bräuchen
Referentin: Dagmar Bronner (Universität Marburg)

18.15 Uhr Geführte Wanderung zum Mittelberg und Beobachtung des Sonnenuntergangs hinter dem Kyffhäuser

19.45 Uhr Imbiss mit Weinprobe auf dem Mittelberg

Für die Wanderung zum Mittelberg und vor allem für den Weg in der Dunkelheit durch den Wald zurück sollten Teilnehmer an ausreichend warme Kleidung und gutes Schuhwerk denken, außerdem wenn vorhanden eine Taschenlampe mitbringen.

Kosten

29,50 €, ermäßigt 25,00 €
Anmeldung erforderlich

Information und Anmeldung

T: 034461-25520
info(at)himmelsscheibe-erleben.de


Den Namen Beltaine findet man erstmals in frühmittelalterlichen Quellen aus Irland, wobei der Ursprung des Wortes nicht eindeutig geklärt ist. Mit dem Begriff wird der 1. Mai, der Beginn des Sommers, bezeichnet. Beltaine stellt somit ein wichtiges Datum im Jahreslauf einer landwirtschaftlich geprägten Kultur dar, in der die Rinderhaltung eine wesentliche Rolle spielte. Dies kommt in diversen Bräuchen bis in die Neuzeit zum Ausdruck. Ferner tragen sich in manchen mittelalterlichen Erzählungen bedeutsame Ereignisse an diesem Tag zu. Mit Dagmar Bronner ist zum keltischen Beltaine-Fest eine echte Kelten-Expertin zu Gast in der Arche Nebra. Sie hat urgeschichtliche Archäologie, Keltologie und Mittellateinische Philologie studiert und in Marburg promoviert. Die Keltologin ist seitdem in Forschung und Lehre an verschiedenen Universitäten sowie in diversen Forschungsprojekten tätig. Fernab von »Neuheidentum« und Folklorismus stellt die Referentin die verschiedenen Quellen zum Beltaine-Fest vor und erklärt, welche Verbindungen zu bekannten Bräuchen und Vorstellungen wie dem Hexentanz auf dem Brocken oder dem Tanz in den Mai es möglicherweise gibt.

Der 1. Mai spielt auch bei der Deutung der Himmelsscheibe von Nebra eine Rolle. Wer vom Aussichtsturm am Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg in Richtung Kyffhäuser blickt, kann um den 1. Mai herum die Sonne hinter der höchsten Erhebung des Kyffhäusers, dem Kulpenberg, untergehen sehen. Die Möglichkeit, von der Erhebung des Mittelberges aus, den Sonnenuntergang hinter einem markanten Geländepunkt zu beobachten, noch dazu zu einem Termin, der den Sommeranfang markiert, ist vermutlich auch den bronzezeitlichen Beobachtern aufgefallen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass die Himmelsscheibe genau auf dem Mittelberg genutzt und vergraben wurde. Nach dem Vortrag geht es deshalb gemeinsam zum Mittelberg, um dort bei klarem Wetter die bronzezeitlichen Himmelsbeobachtungen nachzuvollziehen.

Bevor die Sonne untergeht, besteht am Fuß des Aussichtsturms die Möglichkeit, an einer Weinprobe teilzunehmen. Passend zum Frühling und dem noch jungen Jahr 2014 werden mehrere Jungweine aus dem vergangenen Jahr zur Verkostung angeboten. Fachkundige Erläuterungen dazu gibt es von Iris Hölzer, die regelmäßig ähnliche Führungen und Verkostungen im Herzoglichen Weinberg in Freyburg anbietet. Gleichzeitig ist die geschulte Weinerlebnisbegleiterin auch Gästeführerin in der Arche Nebra und kennt sich daher auch mit der Himmelsscheibe bestens aus.