Das Leben als letzte Gelegenheit

Über den Umgang mit Zeit in unserer Gesellschaft  

Referentin: Prof. Dr. Marianne Gronemeyer (Autorin, Friesenheim)

Beginn: 19.30 Uhr

Eintritt: 2,00 €

Vor dem Vortrag, um 18.30 Uhr, besteht die Möglichkeit, an einer öffentlichen Führung durch die Sonderpräsentation teilzunehmen.
Führungsentgelt: 2,00 €, zzgl. Eintritt Sonderpräsentation (4,00 €, ermäßigt 2,00 €)

Information:
T: 034461-25520
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailinfo(at)himmelsscheibe-erleben.de 

 
Marianne Gronemeyer, renommierte deutsche Autorin von Bestsellern wie „Die Macht der Bedürfnisse“ und „Das Leben als letzte Gelegenheit“ ist am Mittwoch, 20. Oktober 2010, um 19.30 Uhr zu Gast in der Arche Nebra. Im Rahmen des Begleitprogramms der Sonderschau „Von Zeit zu Zeit — Allgegenwärtig und unbegreifbar“ referiert sie über die Versäumnisangst des modernen Menschen.

Damit greift die Sozialwissenschaftlerin in ihrem Vortrag „Das Leben als letzte Gelegenheit“ ein Phänomen auf, das bereits im letzten Vortrag in der Arche Nebra, „Zeit als Lebenskunst“ von Olaf Georg Klein, zur Sprache kam: „Wo ich nicht bin, da ist das Glück“. Die Eile hat der Teufel erfunden, sagt ein türkisches Sprichwort, und wenn es recht hat, ist die heutige Zeit eine satanische Epoche. Von kaum einer anderen Idee ist der Mensch so beherrscht, wie von der Vorstellung, dass jede Beschleunigung eine wirkliche Errungenschaft ist, die beinahe jeden Einsatz rechtfertigt. Andererseits ist den unerhörten Temposteigerungen schon längst keiner mehr gewachsen. Stress und Hektik lassen immer mehr Menschen unter der Last ihres Alltags zusammenbrechen. Wie kann man sich diesen Widerspruch zwischen Geschwindigkeitsrausch und Beschleunigungsdruck erklären? Und ist es denn wirklich richtig, dass die Raserei uns voranbringt? Bringt sie uns nicht vielmehr zur Strecke und hält uns in einem rasenden Stillstand gefangen? Die Zuhörer dürfen sich zusammen mit Marianne Gronemeyer fragen, ob sich der Mensch, um voranzukommen, vielleicht eher mit den Schnecken verbünden und deren Gang- und Kriechart annehmen sollte! 

Marianne Gronemeyer war bis 2006 Professorin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Wiesbaden. Zunächst als Haupt- und Realschullehrerin tätig, promovierte sie nach einem Zweitstudium der Sozialwissenschaften über „Motivation und politisches Handeln“. Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung forschte sie mehrere Jahre an der Universität Bochum. Das bekannte Buch „Die Macht der Bedürfnisse“ ist ihre Habilitationsschrift.
 

Achtung: geänderter Termin

Der Vortrag findet am 20. Oktober statt, nicht wie im gedruckten Veranstaltungskalender angegeben am 6. Oktober. Wir bitten um Entschuldigung.