Konzept

Am 20. Juni 2007 wurde das Besucherzentrum Arche Nebra in Anwesenheit des damaligen Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Wolfgang Böhmer eröffnet. Seitdem ist der Fundort der Himmelsscheibe für Besucher erschlossen.

Die Arche Nebra ist kein »Museum für die Himmelsscheibe«, sondern ein Informations- und Erlebniszentrum an ihrem Fundort. Nach Bekanntwerden der Himmelsscheibe von Nebra im Jahr 2002 zeigte sich, dass viele Menschen fasziniert von der geheimnisvollen Bronzescheibe waren – eine spannende Fundgeschichte, die Diskussion um die Echtheit, verschlüsseltes Wissen und nicht zuletzt die umfangreiche Medienberichterstattung – zahlreiche Faktoren sind dafür verantwortlich. Dass die Himmelsscheibe als einer der wichtigsten bronzezeitlichen Funde weltweit ihren Platz im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle finden musste, stand von Anfang an außer Frage. Doch auch am Fundort bestand Informationsbedarf. Der Einzigartigkeit des Fundes entsprechend, musste auch das Besucherzentrum etwas ganz Besonderes werden.

»Die Himmelsscheibe erleben« lautet unser Motto, und das geht über reine Informationsvermittlung weit hinaus.

Geschichte des Besucherzentrums

In Kürze

  • 1999 Entdeckung der Himmelsscheibe von Nebra durch Raubgräber
  • 2002 Sicherstellung der Himmelsscheibe in Basel
  • 2003 Gründung einer Koordinierungsgruppe auf Landesebene und einer regionalen Arbeitsgruppe zur touristischen Erschließung des Fundortes
  • 2004 Machbarkeitsstudie
  • 2004/2005 Architektenwettbewerb und »LandArt«-Wettbewerb
  • 2004/2005 »Der geschmiedete Himmel – Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren« – Landesausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle
  • 2005 Potenzialanalyse und Marketingkonzept »Himmelswege«
  • 10. Oktober 2005 Spatenstich zum Bau der Arche Nebra in Wangen
  • 20. Juni 2007 Eröffnung der Arche Nebra

Eine Sonnenbarke im Unstruttal

Das scheinbar über dem Unstruttal schwebende, 60 m lange Besucherzentrum am Fuß des Mittelberges greift ein Motiv der Himmelsscheibe von Nebra auf, die goldene Sonnenbarke. Gleichzeitig ist es mit dem großen Panoramafenster auf den 30 m hohen Aussichtsturm am Fundort der Himmelsscheibe ausgerichtet.

Je nach Sonnenlicht reflektieren die Fassaden und verglasten Frontseiten des Besucherzentrums Himmel und Erde in verschiedenen Variationen. Ein verglastes Dachfenster lenkt auch vom Foyer aus den Blick nach oben und stellt die Verbindung zum Himmel her.

Innerhalb des Gebäudes bildet die Landschaft um den Mittelberg die gestalterische und inhaltliche Klammer der Dauerpräsentation: Auf der einen Seite wird durch das große Panoramafenster der Blick auf die reale Landschaft inszeniert, zugleich wird diese auf der gegenüberliegenden Raumwand modellhaft nachgebildet. Zwischen den beiden Landschaftsbildern findet sich ein Stück »Himmel«, eine perspektivische Raumkomposition aus Großskulpturen, die Motive der Himmelsscheibe – Vollmond, Sichelmond und Plejaden – nachbilden.

Architektur und Szenografie für das Besucherzentrum, die Dauerpräsentation und den Aussichtsturm sind von Holzer Kobler Architekturen. Das Architekturbüro aus Zürich zeichnet sich durch ein weites Arbeitsfeld aus, das von Städtebau und Architektur bis zu Szenografie und dem Kuratieren von Ausstellungen reicht. Durch transdisziplinäres Arbeiten entstehen vielfältige Designprodukte in den Bereichen Kultur, Retail, Gastro, Wohnen und Gewerbe sowie Wechsel- und Dauerausstellungen und Publikationen.

Kontakt

Holzer Kobler Architekturen
Ankerstrasse 3
8004 Zürich
T: +41 44 240 52 00
F: +41 44 240 52 02
mail(at)holzerkobler.ch
www.holzerkobler.ch

Zahlen und Fakten

Eine Entwurfszeichnung eines futuristisch anmutenden Turmbaus. Er ist langrechteckig und erscheint leicht geneigt. In der Mitte verläuft eine Spalte, durch die die Sonne scheint. Oben ist eine flache Besucherplattform zu erkennen. Der Bau ist aus hellgrauem Beton.

Maße

  • Gebäudehöhe: 13–19 m
  • Breite: 12–15 m
  • Länge: 60 m
  • Gesamtfläche: 1800 m²
  • Präsentation: ca. 450 m² (300 m² Dauer-, 150 m² Sonderpräsentation)
  • Planetarium: 80 m² (42 Sitzplätze)

Verbaut wurden

  • 2000 m³ Beton
  • 10.000 m² Wand- und Deckenschalung
  • 500 t Bewehrungsstahl
  • 1500 m² Fertigteildecken
  • 50 t Stahl für die Verbundkonstruktion
  • Baukörper ruht auf nur drei Stahlträgern, jede Säule trägt 800 t Gewicht
  • Schwebeeffekt der »Himmelsbarke« durch fast vollständige Verglasung des Erdgeschosses, jede Glasscheibe wiegt 500 kg

Kosten

  • Bau: knapp 3,5 Mio. €
  • Präsentation: 1 Mio. €
  • Turm: 850.000 €

Der Bau wurde gefördert durch Mittel der EU, des Bundes und des Landes.

Auszeichnungen

  • World Architecture Community Award 2009
  • Architekturpreis Farbe-Struktur-Oberfläche 2008
  • Tourismuspreis Sachsen-Anhalt 2008
  • Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2007